Interview mit Andreas Behrmann von bisher EULENSCHUTZGEMEINSCHAFT IN SCHLESWIG-HOLSTEIN E.V.

Streuobstwiese mit Schafen

Ca. 20 alte Hochstämme am Rande des Dorfes Dissau im Landkreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Äpfel, Birnen, Schattmorellen. Süßkirschen, Pflaumen. Extensive Beweidung durch Schafe.

Bitte stellen Sie sich vor:
Mein Name ist Andreas Behrmann. Ich bin 56 Jahre alt und verdiene meinen Lebensunterhalt als Mediengestalter in einem großen Verlag in Hamburg, der aber seinen Hauptsitz in Berlin hat. Seit 11 Jahren bin ich ehrenamtlich Vorsitzender der EULENSCHUTZGEMEINSCHAFT IN SCHLESWIG-HOLSTEIN E.V.

Bitte beschreiben Sie uns das Ziel Ihrer Initiative / den Zweck Ihres Unternehmens:
Das Ziel unseres Vereins ist der Schutz und die Wiederbelebung unserer heimischen Eulenpopulation. Hier hat sich im Laufe der Jahre unser Interesse besonders auf den Steinkauz verlagert, weil er in den östlichen Teilen des Landes Schleswig-Holsteins nicht mehr existiert. Mit sehr viel Aufwand betreiben wir seit 2006 ein Auswilderungsprojekt, das von den Behörden genehmigt und von den Medien begleitet wurde.

Welche Rolle spielen dabei die Streuobstwiesen?
Das Haupthabitat dieser kleinen Eulenart ist die Streuobstwiese, die in unserem Bundesland traditionell eher einen kleineren Stellenwert einnimmt. Also sind wir bemüht, alte Wiesen zu schützen, neue anzulegen und Vorträge über dieses Biotop zu halten. Die Auswilderung unserer gezüchteten Steinkäuze findet fast ausschließlich auf Streuobstwiesen statt, die vorher mit artgerechten Nisthilfen bestückt werden.

Was sollte Ihrer Meinung nach jeder über Streuobstwiesen wissen?
Die Streuobstwiese ist in Mitteleuropa das wichtigste Biotop überhaupt. Bis zu 5000 Tiere, die zum Teil auf der ROTEN LISTE der vom Aussterben bedrohten Arten stehen, beleben die Bäume von der Wurzel bis zur Krone. Anders als bei ertragorientierten Obstplantagen genießt man die Früchte der Wiese unbehandelt und ursprünglich und aus der Umgebung. Außerdem findet man hier meist alte und robuste Sorten, während man im Supermarkt nur noch Massenware aus Südafrika, Chile und Neuseeland erwerben kann.

Was können wir zusammen noch tun, damit die Streuobstwiesen erhalten bleiben?
Das, was wir seit 10 Jahren tun. Alte Wiesen kartieren, schützen und pflegen. Neue anlegen und vor allem Öffentlichkeitsarbeit leisten. Ganz wichtig, die Medien interessieren und einbinden.

Wo finden wir Ihre Lieblings-Streuobstwiese? Was ist an dieser so besonders?
Es gibte eine alte Wiese am Rande unseres Dorfes (von der stammt auch das Foto), auf der ich Ruhe finde nach einem stressigen Tag in der Großstadt. Sie zeigt in jeder Jahreszeit ein anderes Gesicht und symbolisiert für mich den Begriff “Heimat”.
Aber auch die junge, erst siebenjährige Wiese, die ich selbst mit angelegt habe, bei der ich das Wachsen und die Veränderung miterleben kann, bei der ich mich über die erste kleine Ernte gefreut habe, den ersten Biß in den ersten Apfel nie vergessen werde und die für mich das Wort “Leben” versinnbildlicht.

http://www.eulenschutzgemeinschaft.de

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